Medizinisches Spektrum

Stressmedizin

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"Energie einteilen –Stress managen"

Was bedeutet „Stress“

Ein Großteil der Befindlichkeitsstörungen und auch von Erkrankungen sind durch Stress verursacht oder zumindest begünstigt. Stress ist zunächst ein neutraler Begriff und drückt die an sich lebenswichtige Reaktion des Organismus auf äußere und innere Anforderungen aus. Stressoren führen nach einer entsprechenden Bewertung verschiedener Hirnareale zur einer Aktivierungsreaktion mit Beteiligung aller Organsysteme über das Nerven- und Hormonsystem. Nach einem Hochfahren des Systems, welches ursprünglich zur Flucht oder auch zur Verteidigung mit Angriff zur Erhaltung des Organismus und damit der Art diente (Evolutionsprinzip), kommt es natürlicherweise wieder nach der motorischen Abreaktion zu einer Entspannung mit Regeneration der beteiligten Systeme. Bleibt dieses Herunterfahren des Systems aus oder bleibt der Stresseinfluss (möglicherweise auch mehrere Stressoren) erhalten, kommt es zu einem Ungleichgewicht von Belastung (mit Verbrauch von Energie….) und Entlastung (Regeneration mit Wiederaufbau von Energie….) mit der Folge von Stresserkrankungen und schließlich zu Funktionseinbußen, um den Organismus vor einem völligen Verbrauchen der Ressourcen mit der Folge des klinischen Bildes eines Burnout - Syndroms zu schützen.

Eustress/Disstress?
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Stressoren sind äußere (Umgebung, Situationen, andere Menschen…)  und innere (von einem selber ausgehende) Anforderungen an Sie.

Welche und wie viele Auswirkungen Stressoren auf den Organismus haben hängt von verschiedenen Faktoren ab, die wiederum die Umgebung, aber auch den eigenen Organismus als psychisch-physisches-soziales System betreffen. Jeder Stressor hat Auswirkungen, die Unterscheidung in Eustress (positiver Stress ohne nachteilige Auswirkungen) und Disstress (Stress mit negativen Gesundheitsauswirkungen) ist daher nicht sinnvoll. Unsere subjektive Stressbeurteilung ist nicht zuverlässig genug die Auswirkungen einzuschätzen (daher unsere „Stressdiagnostik“). Gerade bei „Eustress“ besteht die Gefahr seinen Energielevel zu überstrapazieren.

Die Auswirkungen eines Stressors (also einer Anforderung, die als relevant beurteilt wird) hängen von folgenden Faktoren ab:

  • Art der Stressoren (Qualität, Intensität, Häufigkeit, Dauer, etc.)
  • Persönliche Bewertung und Einstellung , Stressverstärker(siehe Kapitel)
  • Von den zur Verfügung stehenden Bewältigungsstrategien
  • Persönlichkeit
  • Umfeld (positive Unterstützung und Rückendecken oder eher Mobbing)
  • Persönliche Faktoren wie Gesundheit, Fitness, Energieressourcing. Wir sprechen bei der persönlichen „Widerstandskraft“ von Resilienz.(siehe Kapitel)
Stressmechanismus

Stress entsteht dann, wenn Anforderungen von Seiten der Umwelt aber auch Anforderungen an sich  die eigenen Ressourcen (Fähigkeiten, Handlungsmöglichkeiten, Wissen, Können, Energie,….) übersteigen und somit ganz einfach ausgedrückt das Wohlbefinden gefährden. Kommt man bei der primären Einschätzung einer Anforderungssituation zu dem Ergebnis, dass die Aufgabe verständlich und durchschaubar ist (Verstehbarkeit), dass sie zu bewältigen ist (Handhabbarkeit) und dass sie für einen sinnvoll ist (Sinnhaftigkeit), es sich also lohnt sich zu engagieren, führt dies dazu, dass die Anforderung als positive Herausforderung gesehen wird und die „Stressspirale“ wird nicht in Gang gesetzt.

 Unterforderungen führen gerade so zu Stress wie Überforderungen. Weitere Stressfaktoren sind ein eingeschränkter Entscheidungsspielraum und mangelnde Gratifikation (Verdienst, Anerkennung, Lob).  Gerade in der heutigen Arbeitswelt besteht erhöhtes Stresspotential durch fehlende Sicherheit des Arbeitsplatzes, fehlende soziale Unterstützung und fehlende Weiterentwicklungsmöglichkeiten. Unter Berücksichtigung der genannten stressverstärkender Faktoren lassen sich auch entsprechende Schutzfaktoren nennen. Diese heilsamen Ressourcen hängen von einem gesundheitsorientierten Lebensstil ab und dem Bewusstsein, dass Gesundheit ein ständiger Prozess ist, in den investiert werden muss, in den Bereichen Ernährung, Bewegung, Entspannung, Schlaf, positive Grundstimmung und vor allem auch eine wohlwollende Achtsamkeit und ein Gespür was für einen gut ist. Die Lebensbereiche Familie – Arbeit und Geldverdienen – Gesundheit – Spiritualität bzw. das Bewusstsein eines Lebenssinns und Lebensziele stellen die Grundlagen für ein anhaltend zufriedenes und auch erfolgreiches Leben dar. In unserer Stressdiagnostik werden Stress-Symptome, Stressoren, stressverstärkenden Verhaltensweisen und Schutzfaktoren erfasst.

Stressverstärker und Lösungsstrategie

Perfektionismus

"Das Leben ist einfach, aber wir bestehen darauf es kompliziert zu machen"

Konfuzius

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Das Streben nach Perfektion ist zunächst ein großer Antreiber und Motivator Dinge richtig gut zu machen und vorwärts zu kommen. Aber perfekt zu sein ist auch eine große Belastung, kostet viel Zeit und Energie und macht einem selber und auch den anderen das Leben schwer. Perfektionisten blockieren sich häufig selber und bauen sich selber Hindernisse auf die sie hindern vorwärts zu kommen. Wer ständig danach strebt, alle Aufgaben perfekt zu erfüllen, katapultiert sich in eine unendliche Stressspirale und vergeudet letztendlich eine Unmenge Zeit und Energie, was dann zu Vernachlässigung anderer wichtiger Lebensbereich zwangsläufig führt.

Strategien gegen Perfektionismus:

  • Steigen Sie immer wieder bewusst aus diesem Antriebsverhalten aus.

  • Geben Sie sich die Erlaubnis so zu sein wie Sie sind: „Ich bin gut genug wie ich bin.“ „ Ich darf Fehler machen“. „Meine Mitarbeiter dürfen Fehler machen.“ „Ich muss mich nicht ständig rechtfertigen.“

  • Machen Sie sich, bevor Sie mit der Erledigung einer Aufgabe beginnen, das Ziel bewusst, planen Sie einen vernünftigen Aufwand ein: Was will ich erreichen, was ist zu tun damit ich es erreiche? Wie viel Zeit möchte ich hierfür veranschlagen?

  • Wenn Sie eine Aufgabe übernehmen, erkundigen Sie sich nach den Erwartungen: Was genau erwartet der Auftraggeber? Welchen Umfang und welche Präzision erwartet er? Wie viel Zeit soll ich investieren? Hierdurch kommt es zu keinen Missverständnissen z. B. mit Ihrem Chef und dieser wird sich dann auch bewusst wie viel Zeit er Ihnen zur Verfügung stellen muss.

  • Üben Sie zu delegieren. Menschen, die zu Perfektionismus neigen, machen vieles lieber selbst statt es zu delegieren. Das erscheint Ihnen sicherer, kostet Sie allerdings viel Zeit. Geben Sie die Aufgaben auch ab und zwar, ohne genau vorzugeben, sondern nur, indem Sie das Ziel und den Zeitrahmen präzise nennen. Sie werden erkennen, dass Menschen auf ganz unterschiedliche Weise gut zum Ziel gelangen können.

  • Üben Sie Fehlertoleranz: Perfektionismus entsteht oft aus der Furcht vor Fehlern und diese produziert wiederum Perfektionismus – unabhängig davon, was in dem individuellen Fall zuerst da war. Überprüfen Sie Ihren Umgang mit Fehlern. Fällt es Ihnen schwer einen Fehler sich selbst, aber auch anderen gegenüber einzugestehen? Niemand macht niemals einen Fehler. Versuchen Sie, sich selbst gegenüber die Sichtweise „aus Fehlern kann ich lernen“ anzugewöhnen.

  • Denken Sie an das Pareto-Prinzip: Mit 20 % des Einsatzes lassen sich 80 % des Erfolgs erzielen, der Aufwand für die letzten 20 % wird unverhältnismäßig groß.

  • Seien Sie effektiv, das heißt investieren Sie Ihre Zeit und Energie in die richtigen Dinge (für Sie wichtigen Dinge, die Sie auch weiterbringen)

Kurz zusammengefasst:

  • Keine Furcht vor Fehlern (aus Fehlern lernt man),
  • nobody is  perfect,
  • lieber unperfekt begonnen, als perfekt gezögert

"Zu viel zu tun ist nicht unbedingt besser , als zu wenig zu tun"

Konfuzius

Mangelnde Abgrenzung – Harmoniefalle

"Ein Nein aus tiefster Überzeugung ist besser und größer als ein Ja, das nur gesagt wird, um zu gefallen oder um Schwierigkeiten zu vermeiden."

Mahatma Gandhi

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Beim Streben nach Harmonie übernehmen wir Aufgaben, die für uns nicht wichtig sind oder helfen Menschen aus reinem Pflichtgefühl. Der Effekt: Die Zeit und die Energie, die wir investieren, fehlt uns für die uns wirklich wichtigen Aufgaben und Mitmenschen. Daher folgende Ratschläge:

  • Bringen Sie Ihr Handeln und Ihre Ziele in Einklang und trauen Sie sich „Nein“ zu sagen.

  • Setzen Sie Grenzen, nur so können die anderen erkennen, was Sie von Ihnen abverlangen können.

  • Werden Sie sich bewusst, warum Sie „Ja“ sagen, obwohl Sie es eigentlich gar nicht wollen:

Ursachen, dass wir zu oft „Ja“ sagen:

  1. Die Angst abgelehnt und nicht mehr gemocht zu werden.

    Wir können auf Personen sowieso nicht zählen, die uns nur positiv gesonnen sind, wenn wir ständig ihren Wünschen und Forderungen nachkommen. Entscheiden Sie sich dazu, dass sie nicht von jemanden gemocht werden müssen, der Sie nicht mag, nur weil Sie nicht alles tun, was er oder sie von Ihnen will. Wählen Sie Freunde und Menschen, die Ihnen wichtig sind, mit Bedacht aus. Diese akzeptieren auch ein „Nein“ von Ihnen.

  2. Angst vor den Konsequenzen des Nein Sagens:

    Eine Angst, die durchaus berechtigt aus. Es kann also zu Konflikten kommen oder im Berufsleben kann es zu negativen Auswirkungen bis zum Arbeitsplatzverlust kommen. Hier ist es sehr wichtig, die Situation möglichst realistisch einzuschätzen. Es gibt tatsächlich Situationen, in denen es besser ist, ja zu sagen, aber eine offene und gerade Linie wird von vielen häufig auch anerkannt und geschätzt.

  3. Man will nicht egoistisch oder herzlos wirken:

    Diese Ursache liegt in unseren Werten begründet, hierbei handelt es sich um eine Frage des Standpunktes, derjenige wo von Ihnen etwas möchte handelt ja ebenfalls egoistisch. Man muss so einen Vorwurf also nicht einfach hinnehmen.

  4. Das Bedürfnis gebraucht zu werden

    Diese Ursache liegt oft unbewusst in uns, dieses Gefühl tut vielen gut. Wichtig ist nur, dass Sie hier nicht die Balance verlieren und auf diese Weise ein so genanntes „Helfersyndrom“ entwickeln.

Strategien anderer,  die uns zu etwas bringen wollen:

  • Schuldgefühle auslösen

  • Druck ausüben, erpressen

  • Überrumpeln

  • Schmeicheln

  • Mitleidstour

Hier hilft nur eines, diese Strategien erkennen und entlarven.

Wenn Sie vor einer Entscheidung stehen ja oder nein zu sagen, müssen Sie eine Situationsanalyse durchführen. Machen Sie sich klar wie viel Zeit und Mühe es sie kostet, wenn Sie ja sagen, und ob für Sie dies gerechtfertigt ist. Jedes Ja sagen hat seinen Preis, aber auch jedes Nein sagen. Wenn Sie Nein sagen möchten und die negativen Auswirkungen abpuffern möchten, lohnt es sich auf sanfte Art nein zu sagen. Wenn Sie etwas nicht tun wollen, dann sollten Sie das so deutlich sagen, dass der andere es nicht fehlinterpretieren kann. Das aber kann man behutsam und freundlich tun, so dass das Nein nicht verletzt.

„Ich kenne keinen sicheren Weg zum Erfolg, aber einen sicheren Weg zum Misserfolg: Es allen Recht machen zu wollen.“
Platon


Dies erreichen Sie durch:

  1. Das Nein begründen: Eine Begründung sind z. B. persönliche Gründe, hierbei kann klar gemacht werden, dass die Ursache nicht beim Frager liegt.

  2. Verständnis zeigen: z. B.: “Ich kann Ihr Anliegen gut verstehen, aber mir ist es im Moment nicht möglich Ihnen hier zu helfen“.

  3. Bedanken: „Ich fühle mich geehrt dass Sie hierbei an mich denken, aber…….“

  4. Gegenangebot machen: Es ist auch möglich einen Gegenvorschlag zu machen, der Ihnen besser ins Konzept passt.

Zum Nein sagen gehört auch dazu dass man selber das Nein von anderen akzeptieren kann. Denken Sie daran, dass  jeder das Recht zum „Nein sagen“ für sich beanspruchen sollte.

Mangelnde(s) Selbstwertgefühl/ Selbsteinschätzung

„Was einer für sich selbst ist, was ihn in die Einsamkeit begleitet und was keiner ihm geben, oder nehmen kann, ist offenbar für ihn wesentlicher, als alles, was er besitzen, oder auch, was er in den Augen anderer sein mag.“

Arthur Schopenhauer, (1788 - 1860), deutscher Philosoph

Viele Menschen nehmen ihr Leben nicht in die Hand, weil sie sich nicht genügend wertschätzen, sich nicht genügend  zutrauen. Das ist schade, denn jeder Mensch ist wertvoll und kann mit seinen Fähigkeiten und Stärken die Welt bereichern.

„Wenn wir an unsere Stärke glauben, so werden wir täglich stärker.“
Mahatma Gandhi

Halten Sie sich nicht so sehr bei Ihren Schwächen auf, bauen Sie auf Ihre Stärken. Lernen Sie „Nein“ zu sagen und setzen Sie Ihre eigenen Bedürfnisse durch. Analysieren Sie Situationen und Umstände unter den Gesichtspunkten ob Sie die Situation, wie Sie ist so belassen möchten und lieben („Love it“). Wenn Sie die Situation nicht akzeptieren wollen, fragen Sie sich ob Sie sie ändern können („Change it“). Wenn Sie die Situation nicht lieben und nicht ändern können, sollten sie verlassen und aufgeben („Leave it“). Wenn alle drei Dinge nicht möglich sind, nützt es nichts sich darauf aufzureiben, es bleibt Ihnen nichts übrig als die Situation zu akzeptieren und das Beste daraus zu machen. Selbstmanagement hat viel mit Einstellungen zu tun, und selbst wenn Sie glauben nichts ändern zu können, Ihre Einstellung können Sie immer ändern.

"Die Gelassenheit ist eine anmutige Form des Selbstbewusstseins."
Marie von Ebner-Eschenbach

Lassen Sie sich mit Vergleichen mit scheinbar Besseren nicht herunter ziehen. Seien Sie zufrieden mit sich und loben Sie sich nach guten Leistungen auch selber. Seien Sie nicht neidisch auf scheinbar Erfolgreichere, sondern lassen Sie sich inspirieren von Ihnen. Formulieren und verfolgen Sie Ihre eigenen Lebensziele. Konzentrieren Sie sich nicht auf Ihre Schwächen sondern auf Ihre Stärken und bringen Sie diese ein. Machen Sie eine möglichst exakte Planung was Ihre Ziele sind und welche Fertigkeiten und Umstände hierzu notwendig sind. Stellen Sie ihre Defizite fest, wägen Sie ab, wie und ob diese zu beheben sind. Die erfolgreichsten Menschen sind diejenigen die sich selber motivieren können und ein gutes Durchhaltevermögen haben

„Im Hafen ist ein Schiff sicher, aber dafür ist es nicht gebaut“
Seneca
Omnipotenzanspruch

Wer anderen nichts zutraut und alles selber machen will verzettelt sich und verliert die wichtigsten Ziele aus dem Auge. Ein Erfolgsfaktor ist sich auf seine wesentlichen Ziele zu konzentrieren, denen man sich allerdings bewusst sein sollte. Was ist mir im Leben wichtig, was motiviert mich und wie setze ich meine Möglichkeiten so ein, um dies mit einem „Wohlgefühl“ zu erreichen.

„Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfhügel“
Konfuzius
Angst stresst

Angst ist Ursprünglich ein sinnvolles Schutzinstrument und macht uns auf Gefahren aufmerksam und hält uns davon ab Risiken einzugehen die Gesundheit und Leben gefährden. Es gibt verschiedene Ängste wie Existenzangst, Leistungsangst (Angst zu versagen, insbesondere bei geringem Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen) sowie Sozialangst (Angst vor Blamage). Eine Phobie ist eine Art von Angststörung, definiert durch eine anhaltende und übermäßige Angst vor einem Objekt (z.B. Spinnenphobie, soziale Phobie vor Mitmenschen) oder einer Situation (z.B. Flugangst, Klaustrophobie). Die Phobie führt typischerweise zu einem schnellen Ausbruch von Angst.

Die Bewertung einer Herausforderung mit dem Gefühl diesem nicht gewachsen zu sein, führt zu einem Angstgefühl, wodurch die Stressmechanismen in Gang gesetzt werden und die Reaktion Richtung Flucht oder Angriff ausgelöst werden und das klare Denken blockiert wird. Symptome betreffen das Denken (ständiges Kreisen der Gedanken um das Thema, Katastrophisierung, Vermeidung…), körperliche Reaktionen wie Herzklopfen, Beklemmung, Luftnot, Schwindel, trockener Mund, Schwitzen und das Verhalten wie Vermeiden, Ausweichen bis zur Flucht..

Angstsyndrome haben die Tendenz zu zunehmen und sich zu verselbständigen (Konditionieren).  Es ist wichtig seine Ängste zu erkennen, bewusst damit umzugehen und eine angstabschwächende Bewertung vorzunehmen. Es ist auch wichtig sich den Situationen zu stellen und sie nicht zu vermeiden. Unter Umständen ist ein psychologisches Verhaltenstraining sinnvoll.

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„Es ist besser, das winzige Lämpchen zu entzünden, als sich über die Dunkelheit zu beklagen“
Konfuzius
Selbstüberforderung

Eine realistische Einschätzung der eigenen Kompetenzen ist hierbei nur ein Aspekt. Es geht auch um die Beurteilung wie weit Sie ihren Organismus belasten können und in der jeweiligen Lebenssituation auch belasten wollen. Durch unsere „Stressdiagnostik“ erfahren Sie in welchem Ausmaß ihr Organismus durch vorausgegangene und gegenwärtige Belastungen beeinflusst wird und können hieraus Entscheidungshilfen ziehen.

„Wer schnell ans Ziel kommen möchte, sollte langsam gehen.“
Konfuzius
Stressverstärkender Denkstil
„Ändere deine Ansichten und du hörst auf, dich zu beklagen.“
Marc Aurel

Die Art wie man mit Situationen umgeht hat direkten Einfluss auf das Stress-System. Bei negativer Einstellung und Vorurteilen nimmt man bevorzugt (die erwarteten) negativen Ereignisse war und verallgemeinert. Im weiteren nicht hilfreich sind Katastrophisierungen (etwas schlimmer machen, wie es wirklich ist und dadurch die Stimmung noch weiter drücken), Generalisierung (vom einzelnen auf alles beziehen, verallgemeinern; „es ist immer so“)  und Personalisieren („warum immer nur ich“).

"Zufriedenheit bringt auch in der Armut Glück,
Unzufriedenheit ist Armut auch im Glück"

Konfuzius

Stresstips

  1. Überdenken Sie Ihre Ansprüche (eigene belastende Einstellung, überhöhte Ansprüche, negative Bewertung des eigenen Tuns, Angst vor Misserfolg, Anerkennungssucht)

  2. Perfektionismus kann krank machen (nobody is perfect)

  3. Machen Sie Ihr Selbstwertgefühl nicht von der geleisteten Arbeit abhängig

  4. Erliegen Sie nicht dem Gruppenzwang – finden Sie Ihren eigenen Weg (Individualität)

  5. Lassen Sie nicht unkontrolliert Lasten auf sich abladen, differenzieren Sie was andere von Ihnen möchten und was Sie eigentlich selber möchten (Abgrenzung)

  6. Lassen Sie sich nicht durch Zeitdruck auffressen, sorgen Sie für ein gutes Zeitmanagement, setzten Sie Prioritäten

  7. Denken Sie positiv (formulieren Sie positive Gedanken wie z.B. „Ich schaffe das!“) und handeln Sie auch danach. So wie ich denke- fühle ich! Versuchen Sie eine optimistische Einstellung zu bekommen, sind Sie zuversichtlich, dass sie die zukünftigen Anforderungen des Lebens gut meistern werden und dass die „Dinge“ einen guten Lauf nehmen werden. Durch optimistische Einstellungen wird das Gehirn für eine positive Stimmung trainiert, pessimistische Einstellungen aktivieren das Alarmsystem mit Folge von Stressreaktionen, Angst, Depression

  8. Entdecken Sie die Langsamkeit (Entspannungsübungen helfen Ihnen)

  9. Nehmen Sie das Leben mit Humor und lachen Sie mehr (Abbau von Stresshormonen, Probleme werden kleiner)

  10. Sorgen Sie für ausreichend Ausgleich insbesondere Sport (Abbau von Stresshormonen, Aufbau von Glückshormonen)

  11. Nehmen Sie Auszeiten und lassen die Seele einfach baumeln

  12. Trainieren Sie das eigene Verhalten bei Stress, insbesondere durch Entspannungstraining, Gedanken lenken

  13. Sorgen Sie für harmonische zwischenmenschliche Beziehungen

  14. Sehen Sie den Sinn Ihres Wirkens- der Sinn seines Tuns ist der beste Schutzmechanismus vor Burnout

  15. Versuchen Sie selbstbestimmt zu sein, Kontrolle über Zeit- und Arbeitsgestaltung und übernehmen Sie Verantwortung für Ihre Lebensgestaltung

  16. Richten Sie Ihren Fokus auf die guten Dinge in Ihrem Leben und sind Sie hierfür dankbar. Dankbarkeit für das was man hat, kann, …..schließt negative Emotionen aus.

„Das Leben ist wie ein dorniger Rosenstock und das Glück ist die Blüte.“
Konfuzius

Unser Stressmanagement-Programm

  • Gesundheits-Check zur Erfassung des aktuellen Gesundheitszustandes, Überprüfung ob bereits organische Erkrankungen vorliegen, Check der Risiko- und Resilienzfaktoren, Leistungsfähigkeit
  • Kontrolle der Stresshormonparameter, Botenstoffe
  • Quantifizierung der Stressfaktoren mittels Fragebögen (Integraler Stress Test), Messung Stressindex, Funktion vegetatives Nervensystem
  • Stoffwechselcheck
  • Aufstellung eines individuellen Plans mit Verhaltensvorschlägen, Balancierung Botenstoffe, Hormone; Optimierung Stoffwechsel, Fitness- und Regenerationskonzepte
  • Stressseminare, Vorträge zum Thema
  • Beratungen und Kurse im Bereich Ernährung, funktionelle Fitness, Crossfit, Entspannung

"Gott gebe mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen,
die ich nicht ändern kann, den Mut Dinge zu ändern,
die ich ändern kann – und die Weisheit,
das eine vom anderen zu unterscheiden."

Konfuzius

Bournout

Definition
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Burnout ist die Folge „wenn man über zu lange Zeit zu viel insbesondere für andere getan hat und das Gefühl hat hier nicht ausreichend weit für sich gekommen zu sein“. Burnout tritt bei sogenannten „Selbstverbrennern“ auf, Personen, die sich aus eigenem Antrieb aufreiben.

Burnout tritt aber auch als Folge einer nicht bewältigten Belastungssituation auf, oder man wird „verbrannt“ durch zu hohe Anforderungen, mangelnde Gratifikation und zu wenig Kontrolle über das, was verlangt wird. Letztendlich führen nicht kompensierte Stressbelastungen zu Burnout.

"Der Mensch, denn er opfert seine Gesundheit, um Geld zu machen. Dann opfert er sein Geld, um seine Gesundheit wiederzuerlangen. Und dann ist er so ängstlich wegen der Zukunft, dass er die Gegenwart nicht genießt; das Resultat ist, dass er nicht in der Gegenwart lebt; er lebt, als würde er nie sterben, und dann stirbt er und hat nie wirklich gelebt."
Dalai Lama

Folgende Merkmale sind kennzeichnend:

  • Leistungsabfall: Man schätzt sein Leistungsvermögen selber als reduziert ein und traut sich immer weniger zu, erst allmählich wird auch von der Umgebung ein Leistungsabfall registriert

  • Körperliche Erschöpfung: Müdigkeit, Energiemangel, Schlappheit

  • Emotionale Erschöpfung: Lustlosigkeit ( alles strengt einen mehr an, man vermeidet zusätzliche Aktivitäten ,auch solche die sonst Spaß gemacht haben) Überdruss („mir ist alles zu viel“), Niedergeschlagenheit, innere Leere

  • Geistig-mentale Erschöpfung: Abnahme kognitiven Leistungen ( Konzentration, Merkfähigkeit, Kreativität, Intuition, Interessen, Neugierde)

  • Soziale Erschöpfung: Rückzug, Verlust Empathie, Verständnislosigkeit für andere, Unfähigkeit zum Zuhören

  • Depersonalisation: Man funktioniert nur noch, ist abgestumpft, steht neben sich, Zynismus, Genervtsein, Verlust Sinnhaftigkeit seines Tuns

Frühhinweis auf ein Burnout ist der Verlust der Freude an der Arbeit.

Aber:

„Die Freude ist überall. Man muss sie nur entdecken“
Konfuzius

Im Gegensatz zur Depression, bei der die Freudlosigkeit, das fehlende Interesse, der fehlende Antrieb, der Motivationsverlust aller Lebensbereiche betrifft, spielt sich das Burnout zunächst im Berufsleben ab. Im weiteren Verlauf leidet aber auch Familie, soz. Beziehungen und Freizeit zunehmend darunter und zur Differenzierung zu einer „Erschöpfungsdepression“ sind unsere Untersuchungen wegweisend.

Prävention Burnout
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„Such Dir eine Arbeit, die du gern tust. Dann brauchst du keinen Tag mehr zu schuften.“
Konfuzius

Um einem Burnout  vorzubeugen ist ein adäquater Umgang mit Stressoren (siehe oben Thema Stress) ebenso notwendig  wie seine Widerstandkräfte (Resilienz) zu stärken. Im Allgemeinen ist ein Wertewandel notwendig (mehr „sein“ weniger „haben“, auf innere Bedürfnisse hören).

„Das Schlimmste ist, wenn man sich selbst vergisst.“
Konfuzius

Es gehört dazu die Belastungsfaktoren richtig einzuschätzen und zu beachten (Achtsamkeit), Überforderungen zu erkennen und anzuerkennen.

„Der Narr tut, was er nicht lassen kann, der Weise lässt, was er nicht tun kann.“
Konfuzius

Im weiteren eine Harmonisierung der Lebensbereiche (eigener Körper und Geist, Familie, soziale Kontakte, Beruf, Freizeit). Auch Lebensstilfaktoren wie ausreichend Bewegung, gesunde Ernährung und soziale Kontakte gehören dazu.

„Keine Straße ist zu lang mit einem Freund an der Seite“.
Konfuzius

Menschen mit einem sinnerfüllenden  Glauben bzw. einem Lebensziel haben ebenfalls einen Schutz vor Burnout.  Setzen Sie Lebensziele und einen Lebenssinn und orientieren Sie sich daran. Bei der Verfolgung ihrer Ziele vergessen Sie nicht, dass das Entscheidende am Leben der aktuelle Moment ist.

„Der Weg ist das Ziel“

und

„Zufriedenheit bringt auch in der Armut Glück, Unzufriedenheit ist Armut auch im Glück“.
Konfuzius

Erfahrungsgemäß ist die Problematik bei Stresserkrankungen vielfältig, so dass externe Hilfen häufig notwendig sind im Sinne eines Coaching.

„Es gibt drei Wege des Lernens: erstens durch Nachdenken, das ist der edelste; zweitens durch Erfahrung, das ist der bitterste; drittens durch Nachahmen, das ist der Leichteste.“
Konfuzius

Hierbei geht es zunächst einmal „Nachdenkprozesse“ anzustoßen und die Zusammenhänge zwischen Beschwerdesymptomatik und Stressfaktoren aufzuzeigen im weiteren aber auch zumindest die Grundzüge des Stressmanagement einzuüben. Es gilt herauszufinden wie Sie individuell den Stress am besten abbauen, wobei gezielte Entspannungstechniken unumgänglich sind.

„Ich tue alles ganz langsam, ruhig und gelassen, konzentriert und fokussiert, eines nach dem anderen, in genau der Zeit, die es braucht“
Burnoutentwicklung

Die Burnoutentwicklung durchläuft verschiedene Phasen und drückt die Wechselwirkung zwischen körpereigenen Prozessen (psychisch, physisch, mental) und Umgebung aus

  • Stadium 1: Zwang sich beweisen zu müssen
    Motive: Glaubenssätze, reduziertes Selbstwertgefühl, Konkurrenzdenken
  • Stadium 2: verstärkter Einsatz
    Motive: Ehrgeiz, Überforderungstendenz, Omnipotenzanspruch, Perfektionismus
  • Stadium 3 und 4:
    Vernachlässigen eigener Bedürfnisse, zunehmender Verlust Work-Life- Balance, Verdrängen von Konflikten, Überarbeitung
  • Stadium 5:
    Umdeuten von Werten, Ausweichen, kein „Einsicht“
  • Stadium 6:
    verstärktes Verleugnen von auftretenden Problemen (eigene „gesundheitliche“ Probleme, interpersonelle Konflikte), Aggressivität, Genervtsein, Zynismus, Geringschätzung anderer
  • Stadium 7:
    Rückzug aus der Umwelt, Abbruch soziale Kontakte
  • Stadium 8:
    weitere Verhaltensänderungen
  • Stadium 9:
    Depersonalisation, Gefühl Wertlosigkeit, eigene Geringschätzung
  • Stadium 10:
    innere Leere, fehlende Empathie
  • Stadium 11:
    Freudlosigkeit, Verlust Interesse, Motivation, Antrieb, Perspektivlosigkeit, ggf. Suchtverhalten
  • Stadium 12:
    Erschöpfungsdepression
„Wer nur zurückschaut, kann nicht sehen was auf ihn zukommt.“
Konfuzius
Burnout Faktoren:
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  • Dauerstress , hohe Arbeitsbelastung

  • Verlust Kontrolle über Arbeitsbelastung, Zeiteinteilung, Selbstbestimmung

  • Starker Druck

  • Hohe Ansprüche an sich selbst

  • Perfektionismus

  • Nicht entspannen können

  • Angst, Schlafstörungen

  • Überforderung

  • Probleme, Sorgen, Konflikte

  • Keine Gratifikation

  • Keine Unterstützung, fehlendes Verständnis der Umgebung

  • Sonstige Gründe für reduzierte Leistungsfähigkeit

Gegenteil von:
„Die Arbeit, die uns freut, wird zum Vergnügen“
William Shakespeare 1564-1616
Bournoutsymptome
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  • Auf emotionaler Ebene: reizbar, genervt, ungeduldig,  frustriert, erschöpft, interessenlos,  „unempathisch“, depressiv

  • Auf psychischer Ebene: pessimistisch, freudlos, zynisch, Erschöpfungsdepression

  • Auf motivationaler Ebene: „durchkämpfen“ bis resignieren, antriebslos

  • Auf kognitiver Ebene: Nachlassende mentale Fähigkeiten, Konzentrationsstörungen, Merkfähigkeitsstörungen, Verlust Kreativität, Interessenverlust

  • Auf körperlicher Ebene: Enregie- und Kraftlosigkeit, multiple funktionelle Beschwerden (vegetative Beschwerden, Bluthochdruck, Herzklopfen, Schweißausbrüche, Schwindel, Libidoverlust …), muskuläre Beschwerden, Schmerzverstärkung, erhöhtes Risiko zahlreicher chronischer Erkrankungen

  • Auf sozialer Ebene/Verhalten: Rückzug; Einschränkung soziales, sexuelles, bedürfnisorientiertes Leben

Bournout-Behandlung
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"Was machst du, um dich zu entspannen?", fragt der Schüler seinen Meister.

"Nichts", erwiderte der Meister.
"Wenn ich gehe, gehe ich,
wenn ich esse, esse ich,
und wenn ich schlafe, schlafe ich."

"Das tun doch alle", meinte der Schüler darauf.

"Eben nicht!", antwortete der Meister.“

Buddistische Weisheit

„Ruhm liegt nicht darin, niemals zu fallen, sondern jedes Mal wieder aufzustehen, wenn wir gescheitert sind“
Konfuzius

Wir helfen Ihnen gerne wieder aufzustehen und Stürze zu vermeiden

  • Aufstellung eines individuellen Plans mit Verhaltensvorschlägen zur Work-Life-Balancierung

  • Übungen zu mehr „Achtsamkeit“, Erkennung von dysfunktionalem Denken, Kontrolle Emotionen

  • Balancierung der gestörten Botenstoffe und Hormone mit orthomolekularen Substanzen, Phytotherapie, chinesischer Medizin

  • Optimierung Stoffwechsel

  • Regenerationsmaßnahmen (Sport und Bewegung, Höhentraining, Ernährung)

  • Stressseminare, Vorträge zum Thema

  • Kurse zum Erlernen von Entspannungsverfahren (Tiefenentspannung und Energiecoaching)

„Der Weise sucht, was in ihm selber ist, der Tor, was außerhalb“.
Konfuzius

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