Medizinisches Spektrum

Rheumatologie – Diagnostik und Therapie des Bewegungsapparates aus Sicht des Internisten

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"Wer am falschen Faden arbeitet, zerstört das ganze Gewebe."

Konfuzius

Was ist Rheuma?

Mit Rheuma (altgriechisch, deutsch ‚Strömung‘, ‚Fluss‘) und Rheumatismus sind ältere, nicht scharf definierte Krankheitsbezeichnungen für Schmerzzustände im Bereich des Stütz- und Bewegungsapparats, die mit Funktionseinschränkungen einhergehen. Im klinischen Sprachgebrauch wird heute eher von "Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises" gesprochen. Die Ursachen für rheumatische Beschwerden sind sehr vielfältig und betreffen häufig den ganzen Organismus, sind daher nicht auf lokale „Geschehen“ zu beschränken, sondern fordern ein „ganzheitliches“ Verständnis und einen entsprechenden Therapieansatz ,der über die lokale Behandlung („da wo es weh tut“) hinausgeht (siehe komplementäre Behandlungsmethoden).

Einteilung rheumatischer Erkrankungen und Therapieansatz.

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Entzündlich-rheumatische Erkrankungen (autoimmunbedingt):

Primär entzündliche Erkrankungen autoimmunologischer Genese, die auch sämtliche innere Organe und Haut befallen können. Hier steht die entzündungshemmende, ggf. immunsupressive Behandlung im Vordergrund (Kortison, Basistherapeutika)

Degenerative („verschleißbedingte“) rheumatische Erkrankungen:

Verschleiß der Gelenke (Arthrosen) und des Bindegewebes

Arthrosen, Tendinosen (Sehnenerkrankungen), Bändererkrankungen, Bandscheibendegenerationen mit und ohne Vorfälle.

Abnutzung begünstigt Überlastung und damit verbundene Schmerzen und Einschränkungen. Der Prozess ist naturgemäß an sich nicht mehr reversibel, aber durch verschieden Maßnahmen sehr gut beeinflussbar. Üblicherweise wird mit Antirheumatika wie Ibuprofen etc. behandelt mit den bekannten organschädigenden Nebenwirkungen. Wir bieten ein breites Spektrum naturheilkundlicher Behandlungen an (siehe Komplementäre Behandlungsmethoden).

Auch bei der Arthrosetherapie kommen viele naturheilkundliche Behandlungsprinzipien zum Einsatz, wichtig ist es den Patienten zu veranschaulichen, was er selber zum Behandlungserfolg beitragen kann. Speziell bei Bänder- und Sehnenproblemen haben wir sehr gute Erfahrungen mit der Proliferationstherapie.

Osteoporose

Osteoporose (Knochenschwund) ist eine chronische Erkrankung, in deren Verlauf die Knochenmasse allmählich abnimmt. Diese Abnahme geht über das natürliche Maß für Alter und Geschlecht hinaus. Das Skelett ist zunehmend instabil und porös und das Risiko für Knochenbrüche erhöht sich. Wichtig sind hier Bestimmungen der Knochendichte und rechtzeitige Prävention und ggf. Behandlung. Knochendichtemessungen mit der DEXA-Methode bieten wir an.

Stoffwechselstörungen

Stoffwechselstörungen, die mit rheumatischen Beschwerden einhergehen (neben den üblichen Stoffwechselstörung wie Gicht ,Pseudogicht, Diabetes mellitus, Hämochromatose überprüfen wir Säurebelastungen und Nahrungsmittelunverträglichkeiten).

In einer speziellen Stoffwechselsprechstunde überprüfen wir die „Übersäuerung“ und zeigen verschiedene Möglichkeiten der „Entsäuerung“ auf. Es ist heut unumstritten, dass die Ernährung erheblichen Einfluss auf die Schmerzentstehung hat. Wir zeigen auf, welche Nahrungsmittel Entzündungsvorgänge aktivieren und welche einen hemmenden Einfluss auf Schmerz und Entzündung haben (siehe Kapitel Ernährungsmedizin).

Die Krux mit der Fibromyalgie - Rheumatische nichtentzündliche Erkrankungen der Weichteile

Rheumatische nichtentzündliche Erkrankungen der Weichteile mit Symptomen wie Schmerzen im Bereich von Muskulatur und Sehnen, myofasziales Schmerzsyndrom, mit hartnäckigen Verspannungen, Myogelosen, Triggerpunkten, die nicht nur zu lokalisierten Schmerzen, sondern auch zu Ausstrahlungen führen. Hier sind gezielte Therapien erfolgsversprechend (siehe Kapitel Traditionelle Chinesische Medizin, Akupunktur; Neuraltherapie, Schröpfen, Chirotherapie). Außerdem sind adäquate „Eigenmaßnahmen“ essentiell (Anleitung Ernährung, Bewegung, Faszientherapie….).

Fibromyalgie (nichtentzündlicher Weichteilrheumatismus, "Weichteilrheuma") beschreibt ein umfassendes Krankheitsbild mit Schmerzen der Muskeln, Sehnen(ansätze) und Gelenke, verbunden mit Erschöpfung, Schlafstörungen und/oder nicht erholsamen Schlaf und vegetativen Beschwerden wie „Reizdarm“, Kreislaufbeschwerden, Migraine, Witterungsempfindlichkeit, aber auch kognitiven Defiziten (Konzentrationsstörungen, Merkfähigkeitsstörungen, Reizempfindlichkeit. Zur Diagnose wurden früher die sogenannten „Tenderpoints“ herangezogen (sehr druckempfindliche Bereiche an definierten Körperstellen), diese finden sich meist, sind aber zur Diagnosestellung nicht ausschlaggebend.

Dieses Krankheitsbild wird oft als „psychisch“abgetan, ist aber Folge von langen relativen Überlastungen und betrifft das Stress-system, den Stoffwechsel, Immunsystem….Diese Bereiche lassen sich mit unseren Untersuchungsmethoden „beleuchten“ und gezielte therapeutische Maßnahmen ableiten (siehe komplementäre Therapie, Ernährungsmedizin, mitochondriale Medizin, TCM).

Aufgrund der Komplexität der Fibromyalgie haben wir folgendes „Fibromyalgieprotokoll“ entwickelt:

Von Fibromyagie spricht man, wenn der „Bewegungsapparat“ schmerzt („widespread pain“), körperliche und psychische Belastungen zu übermäßigen Reaktionen (Schmerz, Erschöpfung, Stimmungsschwankungen)führen, der Schlaf gestört ist bzw. eine ungenügende Regeneration stattfindet. Ferner bestehen zusätzliche Begleitbeschwerden, die das Vegetativum, Nervensystem, Gehirnfunktionen, Schmerzsystem und vor allem das Immunsystem und den Darm (mit seinem umfangreichen Immunsystem) betreffen. Bei den üblichen Laboruntersuchungen findet man keine Ursache (normale Entzündungswerte, Schilddrüsenwerte, …), bei immunologischen Ursachen findet man häufig eine verminderte Aktivität der natürlichen Killerzellen des angeborenen Immunsystems, die für die Viren- und Krebszellenabwehr eine wesentliche Rolle spielen. Ferner lassen sich häufig immunologische Nahrungsunverträglichkeiten, Autoimmunerkrankungen wie Hashimoto-thyroiditis feststellen. Im weiteren Störungen der Herzfrequenzvariabilität als Hinweis der stressorischen Belastung und reduzierten Entspannungsfähigkeit. Die Schmerzschwelle ist aufgrund Schmerzsensibilisierungen herabgesetzt, der Muskeltonus erhöht. Ferner finden sich Störungen der Botenstoffe (vor allem Serotoninmangel) und Störungen der Hypophysen-Nebennierenachse mit verändertem Cortisoltagesprofil.

Vorausgegangen sind meist anhaltende körperliche u./o. psychische Belastungssituationen, Infekte, „negative“ Lebensereignisse, Infekte, medizinische Behandlungen…..(im Prinzip eine Überlastung und damit Dekompensation des Gesamtsystems). Eine schulmedizinische kausale Behandlung gibt es nicht, meist wird versucht einzelne Symptome zu beeinflussen wie mit Schmerzmedikation, Antidepressiva, Säureblocker……alles mit entsprechendem Nebenwirkungspotential und nur geringer oder keiner zufriedenstellender Wirkung.

Auf dem Gebiet der Komplementärmedizin lassen sich häufig folgende Fehlregulationen feststellen:

  • Darmebene: Störungen der Darmschleimhaut mit Leaky-Gut-Syndrom (Schleimhautbarriere als Schutzschranke vor Eindringen krankhafter Substanzen in die Blutbahn gestört). Folge sind übermäßige Stimulationen des darmeigenen Immunsystems mit Überreaktionen (immunologische Nahrungsmittelunverträglichkeiten, Aktivierung  Mastzellen mit Histaminfreisetzung, Freisetzung von Entzündungsstoffen). Dies führt zu weiteren Schädigung der Darmschleimhaut, weitere Störung des Bakterienbesiedlung, immunologischen und entzündlichen Reaktionen, letztendlich zu sogenanntem „oxidativen Stress“, den der Organismus nicht mehr „entgiften“ kann  und zu den genannten Symptomen (Schmerzen, Entzündungen, reduzierte Serotoninproduktion mit Stimmungsschwankungen, Angst, Schlafstörung; Infektneigung, Erschöpfung ….)
  • Stoffwechsel/Energieproduktion:  Die Erschöpfung kommt durch eine verminderte Energieproduktion. Dies kann man im Blutzellen messen durch Bestimmung des ATP. In unserem Stoffwechseltest kann man eine reduzierte Sauerstoffauswertung und meist eine reduzierte Fettverbrennung des Stoffwechsels, ggf. auch Übersäuerung  feststellen.
  • Vegetativum: Störungen des vegetativen Nervensystem mit einer Dysbalance von Sympathikus („Aktivierer“) und Parasympathikus („Entspanner“)
  • Immunsystem: Infektanfälligkeit, Malaise (Schlechtgehen) bei Infekten, Aktivitätsdefizite der natürlichen Killerzellen. Ggf. persistierende Virusinfektionen.
  • Botenstoffe: Vor allem erniedrigtes Serotonin (Synthese im Darm)mit der Folge von depressiver Stimmung, Unruhe, Angst, Schlafstörungen, erhöhte Schmerzempfindlichkeit.

Maßnahmen:

  1. Abklärung Nahrungsmittelunverträglichkeiten, Darmbehandlung entsprechend Darmprotokoll
  2. Stoffwechseltest, Ernährungsumstellung auf immunverträglich und low carb.
  3. Entspannungs-und Regenerationsmaßnahmen, Entlastung
  4. Zufuhr von Nahrungsergänzungen zum Serotoninaufbau
  5. Aktivierung/ Harmonisierung  Immunsystem
  6. Biologische Substanzen zur Entzündungshemmung/gegen oxidativen Stress/Unterstützung körpereigen Entgiftungssystem
  7. Magnesiumzufuhr (wichtig für zahlreiche Stoffwechselprozesse)

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